13 Februar 2009

Die Milch des Leids

Heute war ein Text von Jens Balzer über den Film "La Teta Asustada" in der Ostberliner Berliner Zeitung. Er macht sich eigentlich lustig, mich hat der Text aber neugierig gemacht. "Wie viele Frauen und Mädchen, ist auch Fausta von den Jahren des peruanischen Terrors, von Krieg und Vergewaltigungen traumatisiert. Darum hat sie sich schon als Kind eine Kartoffel in die Vagina geschoben. Die Kartoffel hat sich dort offenbar gut eingelebt, jedenfalls muss Fausta regelmäßig die herauswachsenden Triebe nachschneiden ... Rein mit der Kartoffel, raus mit der Kartoffel ... Schön ist es immerhin, dass es Fausta gelingt, ihr Trauma zu überwinden. Sie entschließt sich, die Kartoffel operativ entfernen zu lassen ... Nach der Operation pflanzt Fausta die entfernte Kartoffel in einen Topf mit Mutterboden. Den schönen bunt blühenden Kartoffelstrauch, der daraus hervorsprießt, schenkt sie ihrem Verehrer, der praktischerweise auch noch Gärtner ist."
Hat nicht auch Detlef Kuhlbrodt der Film gestern gefallen, ach nein, umgehauen? Ja. Für Sonntag gibt es noch Karten.

4 Kommentare:

Anonym
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und gehst du hin?Rita

A.
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Ja, du auch?

mattheil
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Das "Problem" bei Jens Balzers Text war nicht nur, dass er sich lustig machte...er hat das Ende des Films einfach nicht (nun wirklich zu viel Phantasie, indem er die operativ entfernte Kartoffel im Blumentopf vermutete) bzw. die dortige Handlungslogik komplett falsch verstanden (wer schenkt wem was?: Wohl eher der Gärtner Noé schenkt Fausta...).

--> "Nach der Operation pflanzt Fausta die entfernte Kartoffel in einen Topf mit Mutterboden. Den schönen bunt blühenden Kartoffelstrauch, der daraus hervorsprießt, schenkt sie ihrem Verehrer, der praktischerweise auch noch Gärtner ist."

Abgesehen davon sah Balzer ohnehin irgendwann nur noch Freud in der Symbolik..(Tunnel, Boot gegen Ende des Films bei der Fahrt zum Meer)...läßt sich auch schön als kleine fem-Provokation von Llosa lesen im Sinne von "was denkt der männliche Rezensent hier wohl"...

Ohne weitere Hintergedanken, aber Balzers Rezension war eher zum Stöhnen...

Anke
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Ja, stimmt schon, aber ich finde, man konnte den Text eben auch ohne den ironischen, überheblichen Ton lesen und da hatte er mir gefallen und mich ja auch immerhin ins Kino getragen.