13 April 2010

Zimmerpflanzen


Pierre Joseph, "Lá, pas là (table)", 2010, peinture spray, table, chaises, nappe, interrupteur - édition 1 und Ishmael Randall Weeks, "Untitled", 2009, Live plants, spray paint, and wood, 137 x 86.4 x 38 cm

Es sind schon so viele schöne Sachen zum Thema Zimmerpflanze für das nächste Heft angekommen. Und noch nie sind mir so viele Zimmerpflanzen aufgefallen, wie im Moment. Man sieht kaum Paterre oder Hochpaterre-Fenster oder überhaupt Fenster ohne eine Pflanze. Jetzt im Frühling scheinen sie sich nach draußen zu träumen. Eine Zimmerpflanzen-Serie im Blog böte sich an, aber dann gab es plötzlich so viel und ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte, aber dann sah ich gestern diese beiden Kunstwerke kurz hintereinander in verschiedenen Blogs. Die grün besprayten Zimmerpflanzen von Ishmael Randall Weeks, also doppelt grün und die grün besprayte Wand in der Installation von Pierre Joseph, vielleicht stellvertretend grün.

Kunst und Kartoffeln


©petrus akkordeon, Kartoffeloffensive

Erst am Montag erfuhr ich von Samstag:
am samstag den 10.april.2010 gegen 12.00 wird herr akkordeon beginnen kartoffeln auf dem hermannplatz in berlin neukölln zu pflanzen. es könnte der auftakt für einen verwandlung der stadt werden. die menschen könnten sich wieder selbst versorgen lernen. die öffentliche ernte und verspeisung folgt ...
Aber es gibt den Blog Kunst und Kampf des Künstlers petrus akkordeon und dann einen Film.

Was ist das?

Das hat gar nichts mit Pflanzen zu tun, nur ein kleines Musikrätsel.
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11 April 2010

April

Jetzt gibt es auf dem Staudenmarkt auch vorgezogene Tomatenpflanzen zu kaufen (Die berühmten Staudentomaten). Toll fand ich die, von der Bioland Gärtnerei Haas, aus Baden-Württemberg. Dieter Haas empfahl besonders gute Tomaten. Was denn das Gute daran sei? Der Geschmack. Achso, ja klar. Während eine der Töchter, die beim Verkauf halfen gerade an Heuschnupfen starb ("Ich sterbe"). Diese Empfehlungen habe ich gekauft:


©Bioland-Gärtnerei Haas
Black cherry, schwarze Kirschtomate. und Japanisches Ei (?), gelbe Eiertomate und Ping Pong, orange Kirschtomate und Giant-White-Beefsteak weiße Fleischtomate und Aunt Ruby German Green, grüne Fleischtomate und Costoluto Fiorentino rote Fleischtomate.


und alle Berliner Forsythien blühten.

09 April 2010

Perspektive


©Åsa Sonjasdotter, Potato Perspective, und screenshot vom google reader

Die Potato Perspective der Künstlerin Åsa Sonjasdotter wurde bei vvork vorgestellt und war dort ein Hit (22 Personen bevorzugten dies). Wegen des schönen Bildes? Oder des ganzen Projektes, indem die Künstlerin weltweit Sorten und Anbau von Kartoffeln erforscht?

Aufblühen


Sonnenblumen

Als Schönwettergärtnerin nahm ich den warmen Sonnentag, um schon mal die Samen für den Garten vorzukeimen (Zucchini, Salat, Cosmea und Lupinen). Anderes wird dann direkt in den Boden gesetzt. Die Sonnenblumen aus dem Meisenring keimten von alleine, manche durch den Pappring hindurch. Auch Rainald Goetz meinte gestern in der komischen Sendung, bei Harald Schmidt blühe er auf.(ab ca 34min)

08 April 2010

Das Ländliche

Das Buch "Ich bin gerne Bauer und möchte es auch gerne bleiben" hatte ich auf einer Abbildung gesehen und googelte es halb automatisch. Konnte ja niemand ahnen, dass sich dahinter eine kleine neue Welt auftat, mit einem Projekt und noch einem Projekt und eben dem Buch.

Das Kunstprojekt
Das Kunstprojekt "Ich bin gerne Bauer und möchte es auch gerne bleiben" wird auf einer schönen Webseite dokumentiert.


©Antje Schiffers/Thomas Sprenger, Kronlechner, Oppenberg, Österreich, 2007 und Heiligendorf, Niedersachsen, 2008

Ich war ganz aufgeregt, als ich es sah und verstand, worum es ging: Die Künstlerin Antje Schiffers bot einem Landwirt in ihrem Heimatdorf Heiligendorf (bei Wolfsburg) an, seinen Hof zu malen. Ihre Tante hatte so ein Bild, dass nach dem 2. Weltkrieg entstanden war, als Maler oft den Bauern ihre Kunst im Tausch gegen Lebensmittel anboten. Antje Schiffers bat den Landwirt, im Tausch für das Bild, den Betrieb und seine Arbeit per Video zu filmen und zu kommentieren. Bild vom Hof gegen Video vom Hof also.
Das klappte gut und und so folgte, zusammen mit Thomas Sprenger, eine regelrechte Tauschtour durch Deutschland, Österreich, Niederlande, England, Schweiz, Mazedonien und Rumänien. Immer blieben die Künstler nach einem vereinbarten Tausch eine Woche vor Ort. Abgeschlossen wurde oft mit einer Vorführung des Films oder einer Ausstellung der bisherigen Ergebnisse.

Das Buch
Im Buch, gestaltet von Kristina Brusa, werden alle 19 Stationen dokumentiert. Es erschien anlässlich der Abschlussausstellung mit Symposion in der Städtischen Galerie Nordhorn, 2010.







Antje Schiffers und Thomas Sprenger, "Ich bin gerne Bauer und möchte es auch gerne bleiben", 20,5 x 15,5 cm, Deutsch/Englisch, 258 Seiten, über 300 Farbabbildungen mit teils handgeklebten Bildern , Ledereinband, EUR 24,80, erschienen bei argobooks,
ISBN 978-3-941560-57-4



Jede Station beginnt mit dem entstandenen Ölbild, als eingeklebtes Sammelbild. Dann folgen Auzüge aus der Selbstdarstellung der Landwirte und der Frage, wie man Videos in ein Buch bekommt.



Super sind dann wieder die vielen Doppelseiten, die das Malen und Filmen und Leben in großen Bildern kommentieren und dokumentieren,



manchmal so idyllisch, dass man Helmut Höge glaubt, der hatte in seinem Blog in dem Artikel Bauer sein/ Bauer werden geschrieben: "Der wichtigste Beweggrund, warum sich heute Menschen auf dem Land niederlassen und Bauer werden, ist das Bedürfnis nach anderen sozialen und zwischenmenschlichen Beziehungen." und dem Fazit "Ich war gerne Bauer und möchte es gerne wieder werden." und einem Interview mit Onno Poppinga.

My villages
Das ganze Projekt ist eingebettet in die Künstlerinitiative myvillages.org, die 2003 von Kathrin Böhm (Ger/UK), Wapke Feenstra (NL) und Antje Schiffers (D) gegründet wurde: "Unser Interesse ist das Ländliche, als Raum für und von kultureller Produktion. Die kollektiven Ziele von myvillages.org werden gespeist durch die kontextuelle Natur unserer individuellen Arbeiten und der autobiographische Tatsache, dass wir alle aus kleinen Dörfern kommen."


©my villages, "Schnucken, Elefanten* und andere Gastgeschenke", und "Former farmland, Oldenburg", 2009

07 April 2010

Florale Interventionen seit 1984


Filmstills, GGTV, Maurice Maggi, Teil 1 und Teil 2

"Blumen Graffiti nenne ich meine Markierungen mit heimischen Wildblumen im öffentlichen Raum der Stadt. Durch Säen um Alleebäume, Brachnischen und Bahnborde schaffe ich florale Interventionen seit 1984." sagt Maurice Maggi. Er hat ganz Zürich "malvisiert", überall Stockrosen gesät und sich erst nach 20 Jahren geoutet und seit Ende letzten Jahres gibt es von dem Filmemacher Roland Achini einen schönen Film über ihn.

05 April 2010

Und sie gingen wieder weg

Meine Eltern erzählten, dass sie am Ostersonntag ganz früh auf dem Friedhof gewesen waren. Ich hatte nicht gewusst, dass man Ostern auf den Friedhof geht und las nach. Da stand, dass man in Russland mit seinen Toten am Ostersonntag ein Gläschen Wodka trinkt und hier, dass in hiesigen Kirchengemeinden die Osternacht und die frühmorgendliche Feier auf dem Friedhof zum festen Gottesdienst-Programm gehört. Frühmorgendlich heißt so um 6 Uhr! Damit feiert man auch den Frühlingsanfang. Im Kirchenlied steht "Das Leben beginnt: Christ ist erstanden! Der Tod ist besiegt." und im Matthäus-Evangelium: "Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden ... Und sie gingen wieder weg". Da hatte ich es dann verstanden und fand es mal wieder merkwürdig, wie wenig man über die eigenen kulturellen Wurzeln weiß. Und weiter unten erzählt der Friedhofsgärtner vom Frühlingsanfang auf dem Friedhof.

Neue Stadt Wulfen


wulfen-wiki.de

Die Metastadt Wulfen wurde 1974 nach dem Metastadt-System des Architekten Richard J. Dietrich gebaut und 1987 wieder abgerissen. Auf dem Eiscafe Bild sieht man die "Knöpfe", die das System ausmachen und Filme über die Entstehung der Neuen Stadt Wulffen. via

04 April 2010

So glücklich macht der Hase

Wie jedes Jahr zu Ostern, gibt es hier den riesigen Hasen der Künstlergruppe Gelitin, den sie 2005 installiert hatten und der jetzt bis 2025 in Italien bleiben darf. Diesmal der Pressetext:

Hase
Landschaften durchwandernd findet sich manches. Dinge die man kennt oder gänzlich unbekanntes. Eine blume, die man noch nie gesehen hat, ein Loch im Boden oder etwas unerklärliches, sowie Christopher Columbus einen Kontinent. Und dann liegt hinter so einem Hügel plötzlich ein von einem dutzend Omis gestrickter Hase. Ein gigantisches unerklärliches etwas, daneben fühlt man sich klein, wie ein Gänseblümchen. Ein aus klopapierrosa Wolle gestrickter Hase liegt da auf dem Rücken. Ein Hasengebirge wie Gulliver in Lilliput. Und man läuft um ihn herum und kann nur lächeln.
Glücklich fühlt er sich an, und man sich selbst geborgen; klettert die Löffel rauf, krabbelt über das Gesicht, fällt beinahe in den Mund, vom Bauch, der höchsten Stelle, sieht man über die ganze Hasenlandschaft: Arme, Beine, Ohren erstrecken sich bis zum Horizont, alles klopapierrosa kuschelweiche Hasenwolle, wie ein weggeworfenes Stofftier sieht er aus, wie ein vom Himmel gefallener Kontinent.
Im Bauch ganz links hat er ein Loch, ein großes Loch, da schaut sein Herz heraus und Adern, Leber, Gedärm und Sehnen. Verliebt kriecht man den zerfallenden Leichnam hinunter, in die aus der Seite quellenden Schlingen. Kuschelt sich hinein in den wollenen Darm hinter das Herz, wie eine Made. Und wie das unschuldige Aas am Straßenrand, schenkt der Hase der Made Flügel. Den Hasennektar trinkend, schwebend, man glaubt zu fliegen, so glücklich macht der Hase.
Ich liebe den Hasen, der Hase liebt mich.


Bilder

Rabbit
The things one finds wandering in a landscape: familiar things and utterly unknown, like a flower one has never seen before, or, as Columbus discovered, an inexplicable continent; and then, behind a hill, as if knitted by giant grandmothers, lies this vast rabbit, to make you feel as small as a daisy. The toilet-paper-pink creature lies on its back: a rabbit-mountain like Gulliver in Lilliput. Happy you feel as you climb up along its ears, almost falling into its cavernous mouth, to the belly-summit and look out over the pink woolen landscape of the rabbitís body, a country dropped from the sky; ears and limbs sneaking into the distance; from its side flowing heart, liver and intestines.
Happily in love you step down the decaying corpse, through the wound, now small like a maggot, over woolen kidney and bowel. Happy you leave like the larva that gets its wings from an innocent carcass at the roadside. Such is the happiness which made this rabbit.
i love the rabbit the rabbit loves me.

03 April 2010

Lieblingsstraße



Im Auto ist die Gertraudenstraße am schönsten. zu Fuß ist sie ein bisschen lang, aber warm und es war Frühling.

noch mehr


©Claudia Ficca /Davide Luciano. Nov. 4-21 at Galerie YellowFishArt in Montreal.

Die kanadischen Künstler Claudia Ficca und Davide Luciano machten noch mehr Vorschläge für Schlaglöcher und zeigten die Fotoserie in der Ausstellung Sexy Béton in Montreal. via

Es gibt aber auch Schlaglochaufkleber, damit die Autofahrer nicht so schnell fahren.


©Y&R Everest, Mumbai, India

Vorsicht Garten


©Pete Dungey, "Pothole Gardens"

Letztes Jahr schickte Johanna ein ausgeschnittenes Bild, ich glaube aus ihrer Zeitung in Dresden, dort hatten Anwohner Blumen in die Schlaglöcher gepflanzt, um auf die Gefahr ausmerksam zu machen und in vielen anderen Orten auch. Der Brightoner Grafik-Design Student Pete Dungey machte daraus sein "Pothole Gardens"-Projekt. (via mail)

01 April 2010

Guck mal, was ich Kanne.


Anne Trieba, Cover Balkon & Garten Nr.2 "Zwei" Juni 2004, und Tageskarte Nr.177, "Guck mal, was ich Kanne"

Also das ist ja super, Anne Trieba zeichnet Tageskarten. Stundenlang könnte ich mir ihre Zeichnungen ansehen, besonders die "Gestalten". Das war schon so, als wir 2004 Balkon & Garten Nr. 2 mit ihren "Berliner Gestalten" bevölkerten. Ich hatte bei dem Heft eine neue Druckerei ausprobiert und war sehr unglücklich mit dem Druckergebnis, aber eigentlich ist es toll.