10 März 2009

Kapitalbeschaffung


© Harun Farocki, "Nicht ohne Risiko", 2004, Filmstill

Vom 29. März an kann man im Sprengel Museum Hannover wieder den Film "Nicht ohne Risiko" von Harun Farocki sehen. "Was Venture Capital, kurz VC, deutsch Risiko-Kapital ist, wird im Film selbst erklärt. Banken geben Geld nur gegen Sicherheiten. Wer die nicht hat, muss sich an VC-Gesellschaften wenden, und zahlt dafür 40% Zinsen. Mindestens. Wir hatten bei den verschiedensten Firmen Aufnahmen gemacht ... Dann aber beschränkten wir uns auf eine einzige Verhandlung an nur zwei Tagen. Als ich den Anwalt der kapitalsuchenden NCTE sagen hörte: "Wir sind ein bisschen enttäuscht über das Angebot", fühlte ich mich in einen Coen-Brothers-Film versetzt. Die Akteure in unserem Storyfilm sind geistesgegenwärtig und voller Darstellungslust. Sie verhandeln, zu welchen Konditionen 750.000 Euro vergeben werden sollen. Nachdem sie sich zunächst nicht einigen können, weichen sie auf ein allgemeines Gespräch über stategische issues aus. Da wird deutlich, dass die NCTE, Hersteller von berührungslosen Drehmoment-Sensoren schon mit grossen Firmen im Gespräch ist. Und das entzündet die Phantasie, die Welt ist voller Möglichkeiten und es ist eine Lust, diese abzuwägen.Vor der nächsten Verhandlungs-Runde entsandten beide Parteien je einen Vertreter zu einer Besprechung, von der wir nichts wussten. Sie einigten sich, aber das hielt im Gespräch nicht stand. Nochmals kam es zu einer überraschenden Wendung. Man könnte geneigt sein, die Partei des Erfinder-Unternehmers einzunehmen, Arbeit gegen Kapital. Aber auch er will seinen Betrieb in eine paar Jahren zu Geld machen. (Harun Farocki)"



Am 8. April lädt dann die Theatergruppe Rimini Protokoll zur Daimler Hauptversammlung ein. Es werden noch Aktionäre gesucht, die ihre eigenen oder Begleiterkarten zur Verfügung stellen, damit sich interessierte Nichtaktionäre das Schauspiel ansehen können. Zur Aufführung (die eben die Hauptversammlung selbst ist) produzieren Rimini Protokoll ein Theaterprogrammheft und vermitteln Nischengespräche im Foyer. Wir waren letztes Jahr von einem anderen Regisseur dazu eingeladen worden und es war sehr aufregend, fotografieren war verboten und der Haupttheatersaal war Normalbesuchern gar nicht zugänglich. Gepostet hatte ich aber die Blumenlampen, die auf dem Weg lagen.

9 Kommentare:

Rainer
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was macht eigentlich Thomas ?

Kai
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Er läuft zur Zeit ohne Mütze rum. Fällt mir grad ein. Die liegt noch im Club. Könnte ich Montag mitbringen, wenn ich dran denke.

K.
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Neues Design?

A.
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Ja.

Harri
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Soll das Flimmern? (Die Überschrift)

H.
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Hier, am anderen Bildschirm, fehlt ganz die Farbe hinter dem Titel des Blogs.

Kai
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Schon wieder neu? Ich werd alt.

Anke
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War ja noch nicht fertig, aber jetzt schon, glaub ich.

H.
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Ich glaube, die Bildschirme spinnen hier alle. Die Schrift ist jetzt rot wie die Streifen auf dem Heftcover bei Heimbergs Katze nebenan, stimmt's? Und der Hintergrund ist diagonal gestreift?